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„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammen hält“

Leibniz-Schüler besuchen das Forschungszentrum DESY in Hamburg

Elmshorn/Hamburg. Die Klassen 10a, 11a und 12a: Einsteigen!“, hallte es über den Bahnsteig. Denn heute ging es für die Schülerinnen und Schüler nicht um Gesellschaft, Geschichte und Goethe. Heute standen so seltsam klingende Dinge wie Synchrotron, Quantenchromodynamik und SALOME auf dem Programm.

In Hamburg-Bahrenfeld, vor den Toren des Kreises Pinneberg, liegt DESY, das Deutsche Elektronen-Synchrotron, ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft. In seiner Lage – mitten in einer Großstadt – weltweit einzigartig bietet das DESY der internationalen Forschungs- und Forschergemeinschaft die Möglichkeit, Wissenschaft auf höchstem Niveau zu betreiben.  „Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ – das Motto der Exkursion. Am Beginn des ersten Teils von Goethes Faust, in der Szene »Nacht«, erhebt Faust in einem Selbstgespräch Klage über die Eingeschränktheit seines Wissens. Er hat sich darum »der Magie ergeben« und hofft, mit ihrer Hilfe weiter in die Geheimnisse der Natur einzudringen: »Dass ich erkenne, was die Welt/Im Innersten zusammenhält,/Schau alle Wirkenskraft und Samen,/Und tu nicht mehr in Worten kramen.« – Das Zitat bringt jemandes Wunsch zum Ausdruck, tiefer in ein Problem einzudringen, grundlegendere Erkenntnisse über ein Sachgebiet oder komplexere Vorgänge zu gewinnen.

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ARGUS, ein Teilchendetektor, der für die Wissenschaftler von 1982 bis 1992 die Tür zum Teilchenkosmos aufstieß. Davor die 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Exkursion sowie die beiden Physiklehrer Sven Ackermann und Mathias Haak, im Inneren des Detektors, Andreas Köhn am Auslöser der Kamera.

Und genau diese Welt sollte die Schülergruppe unter der Leitung der Mathematik- und Physiklehrer  Ackermann, Haak und Köhn kennen lernen. Nach einem etwa 45-minütigem Vortrag, der die Teilgebiete Beschleunigerphysik, Teilchenphysik und Forschung mit Photonen umfasste, besichtigten die Schülerinnen und Schüler die gewaltigen Großgeräte, die notwendig sind, um die Welt des Kleinsten zu entdecken. Eines der besichtigten Geräte war HERA, der weltweit einzige Proton-Lepton-Collider, mit einem Umfang von 6.3 km. Auch der Beschleunigerkontrollraum, von dem aus die gewaltigen Anlagen gesteuert und überwacht werden, war Teil der Führung. Das internationale Flair, das Gemenge von Sprachen und Kulturen an einem internationalen Forschungszentrum, war für die Schülerinnen und Schüler deutlich spürbar.

Sven Ackermann: „Abschließend – exklusiv für unsere Schülerinnen und Schüler – wurde SALOME (Simple Accelerator for Learning Optics and Manipulation of Electrons) besucht. Das etwa fünf Meter lange Gerät ist der deutschlandweit einzige Beschleuniger, der ausschließlich der Ausbildung von Studenten dient. Der Physiker Dr. Velizar Miltchev erklärte den Schülerinnen und Schülern die Funktionsweise des Geräts und demonstrierte typische Versuche mit einer solchen Maschine. „

Am Ende des doch recht anstrengenden Tages war ein guter Einblick über den aktuellen Stand der physikalischen Forschung gewonnen worden. Aufgrund des positiven Feedbacks von Schülerinnen und Schülern sowie der begleitenden Lehrkräfte wird eine solche Exkursion auch für das nächste Schuljahr angedacht.

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