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Leibniz Privatschule – ein Modell für Schule

Elmshorn/Kaltenkirchen. Die Leibniz Privatschule hat in Zusammenarbeit mit dem Bremer Neurobiologen und Bildungsforscher Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth ein Buch veröffentlicht: „Leibniz Privatschule – ein Modell für Schule.“ Das mehr als 300 Seiten starke Werk, das im Leibniz-Blätter-Verlag erscheinen ist, beschäftigt sich mit der Unterrichtspraxis an der Leibniz Privatschule Elmshorn und Kaltenkirchen. Die Autoren sind neben Roth Barbara Manke-Boesten, Hendrik Boesten und Egon Boesten. Das Leitmotiv des Buches stammt von Oliver Cromwell: Wer aufhört, besser zu sein, hat aufgehört, gut zu sein. Das Buch ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

Das alte humanistische Bildungsideal ist zentrales Ziel von Bildung. Der allseits gebildete Mensch eignet sich Wissen an, ist Werten verpflichtet. Erst Wissen und Können schaffen geistige Unabhängigkeit. Auch heute gilt der Satz von August Bebel, nachdem Wissen Macht ist, und Wissen braucht man, um sich in der immer größeren Flut von Informationen zurecht zu finden. Auch der Satz von Marie von Ebner-Eschenbach aus dem 19.Jahrhundert gilt weiterhin: „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ Wissen braucht man, um Informationen beurteilen zu können.

Bestandteile eines sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse berufenden Unterrichts sind die Lehrerpersönlichkeit sowie das gute Unterrichten. „Auf den Lehrer kommt es an“, hat John Hattie in seinem Buch „Visual Learning“, das Ergebnisse aus …weltweiten Untersuchungen analysiert hat, herausgefunden und vielfach belegt. Ganz wissenschaftlich: Der Lehrer muss vertrauensvoll, feinfühlig und kompetent sein.

Guter Unterricht – wissenschaftlich bewiesen – basiert auf einer klaren Struktur mit einer Instruktion durch den Lehrer, die Zuhören und Aufpassen der Schülerinnen und Schüler erfordert, einer Erarbeitungsphase, in der das Gehörte wiedergegeben, verarbeitet und vertieft wird und der Reflexionsphase, in der sich aktiv an das neu Gelernte erinnert wird und der eigene Lernprozess überdacht wird. Der Lehrer muss das Vorwissen seiner Schülerinnen und Schüler kennen, um das neue Wissen anschlussfähig zu vermitteln, ein Thema wird vielfältig und lebensecht dargestellt. In der Erarbeitungsphase  wechseln sich die verschiedenen Methoden ab und das Thema Üben und Wiederholen muss sich der Lehrer zu Eigen machen. Guten Unterricht kann man lernen, das Kapitel „Handwerkszeug“ gibt Hinweise.

Die Professionalisierung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses ist neben dem bereits Gesagten zentraler Bestandteil des Leibniz-Schulmodells. Es geht nicht darum, den Unterricht zu individualisieren, sondern individuelle Gespräche mit den Schülern zu führen, Ansprechpartner zu sein, Probleme herauszubekommen, „Erzieher“ zu sein, Vertrauen und Halt zu geben, Probleme gemeinsam anzugehen, um beim Lernen voranzukommen. Erziehung ist Aufgabe der Eltern, aber nicht nur – sie ist auch – und heute immer mehr – die Aufgabe eines vertrauensvollen, feinfühligen Lehrers.

Eine Fülle von bereits umgesetzten Praxisbeispielen lässt den Leser nicht im Unklaren darüber, wie denn so ein Unterricht aussieht. Der Roth-Projekttag „Besser lehren – besser lernen – besser behalten“ durchzieht Unterrichtsstunden, Unterrichtstage und Unterrichtseinheiten.

Gerhard Roth/Barbara Manke-Boesten/Hendrik Boesten/Egon Boesten: „Ein Modell für Schule“, Kiebitzreihe: Leibniz Blätter Verlag 2020, ISBN 978-3-9820573-4-7, 19,95 Euro; als E-Book: 978-3-9820573-5-4, 19,95 Euro.

 

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