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Regeln beachten und sich anstrengen

Von EGON BOESTEN

PISA erschreckt im Dreijahres-Rhythmus seit dem Jahr 2000 die bundesdeutsche Öffentlichkeit. Mit ähnlicher Regelmäßigkeit findet die Ursachenzuschreibung statt: Die soziale Herkunft beeinflusse den schulischen Erfolg. Lange Zeit war es das dreigliedrige Schulsystem, dann wieder vor allem die bessere finanzielle Ausstattung von Gymnasien. Wieder andere fanden Ursachen darin, dass es an Schulen zu viel Frontalunterricht gäbe.

Nachdem der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie mit seiner Zusammenfassung von 50.000 Untersuchungen weltweit zum Thema Lernerfolg seine Ergebnisse veröffentlicht, weiß man, dass die Gründe für Unterricht mit nachhaltigem Lernerfolg ganz irgendwo anders liegen: Die Sozialingenieure der Schule, die mit Beistand von OECD und Bertelsmann-Stiftung von „Lernlandschaften“ schwärmen, in denen die Kinder im „offenen Unterricht“ nur noch „selbstbestimmt individuell“ lernen, müssen sich verdutzt die Augen reiben, wenn sie Hattie lesen. Er hält offenen Unterricht schlicht für unwirksam. Und: Kleine Klassen und die finanzielle Ausstattung der Schule haben so gut wie keine Wirkung auf den Lernerfolg der Schüler.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Entscheidend sind nicht nur äußere Rahmenbedingungen und die von Hattie beschriebenen Ursachen, sondern auch und vor allem Anstrengungsbereitschaft und sich an die Regeln halten. Da ist jeder einzelne Schüler gefordert. Das ist nicht an die soziale Herkunft gekoppelt, da kann jeder.

Egon Boesten ist Schulleiter und Geschäftsführer der Leibniz Privatschule

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