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Wie das Gehirn am besten lernt

Prof. Gerhard Roth aus Bremen hat viele Bücher zum Lehren und Lernen, zur Lehrerpersönlichkeit geschrieben – und en passant Tipps für lernbereite Eltern parat, die sich aus den Ergebnissen der Hirnforschung fürs erfolgreiche Lernen ergeben (Gerhard Roth: „Bildung braucht Persönlichkeit“, Klett-Cotta, 19,95 Euro).

Was ein Kind braucht: „Jedes Kind braucht Zuneigung, Nähe und Verbundenheit, um die in ihm angelegten Potenziale zu entfalten.“

Maximale Konzentrationsdauer: „Psychologen haben herausgefunden, dass wir nur für wenige (3-5) Minuten konzentriert einer schwierigen Darstellung folgen können.“

Eltern als Vorbilder: „Anerkennende oder abwertende Urteile der Eltern, ihre Erzählungen über die eigene Schulzeit . . . wirken in höchstem Maße prägend und schaffen eine generelle Bereitschaft oder Ablehnung der Schule gegenüber.“

Frühförderung – nein danke: „Die wichtigsten Umweltfaktoren für Intelligenz ist eine positive Bindungserfahrung, ein sensorisch und kognitiv stimulierendes frühkindliches Umfeld und die Ermutigung durch die Eltern . . . Eine gezielte Förderung in den ersten drei Lebensjahren erweist sich als nutzlos oder gar schädlich.“

Lernen, was wichtig ist: „Wir lernen nur das, was für uns wichtig ist.“

Runter mit dem großen Ehrgeiz: „Weiter geht es um das Zügeln von zu großem Ehrgeiz (oft verursacht durch noch ehrgeizigere Eltern).“

Schlafen & Lernen: „Guter Schlaf ist unerlässlich für Lernen. Genauso schädlich wie Schlafentzug  sind aufregende Filme oder Lernen am Abend . . . Das Gehirn wird dadurch in unnötige Erregung versetzt, anstatt zur Ruhe zu kommen und mit der Konsolidierung des tagsüber Gelernten zu beginnen.“

Auf der Suche nach Freunden: „Vor allem in der Pubertät sind Jugendliche bereit, so ziemlich alles zu tun, nur damit sie zu einer Gruppe dazugehören können.“

Begeisterung: „Natürlich wird die Begeisterung am Entdecken des eigenen Körpers noch einmal zusätzlich verstärkt, wenn jemand (auf Elternseite!) da ist, der sich auch mit darüber freut, wenn wieder eine komplizierte Bewegung gelungen ist, wenn ein schwieriges Wort richtig ausgesprochen, ein Ton beim Singen genau getroffen worden ist.“

Das Auf-einmal-weg-Lernen: „Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Medienkonsum, besonders in Form von Gewalt-Videos nicht oder nicht deshalb schädlich ist, weil er die Gewaltbereitschaft erhöht, sondern dass derartige starke Emotionalisierungen das am Morgen Gelernte und in der Konsolidierungsphase Befindliche nachhaltig stören oder ganz auslöschen.“

Ganztagsschule als Rezept gegen exzessiven Medienkonsum: „Eine große Bedeutung hat die Ganztagsschule schon durch die Tatsache, dass männliche Jugendliche von einem exzessivem Medienkonsum abgehalten werden.“

Gegen die Dressur: „Es ist offenkundig, dass alle Dressurmethoden lediglich geeignet sind, ein gewünschtes Verhalten zu erzeugen, und das auch nur so lange, wie der Dompteur ein internalisiertes Bild des Dompteurs mit seinen Belohnungen und Bestrafungen präsent ist.“

Kompetenz durch Konflikte: „Indem Schüler ständig Konflikte durchlaufen, erwerben sie gleichzeitig die Kompetenzen, mit weiteren Konflikten umzugehen. – Die wichtigsten Erfahrungen machen Menschen immer dann, wenn sie gezwungen sind, bestimmte Probleme eigenständig zu lösen.“

Konkurrenz kontraproduktiv: „Menschen entwickeln sich unter Wettbewerbsdruck nicht und entfalten ihre Potenziale nicht.

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