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Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Tag

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Datum: 14. Nov
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Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716): Jurist, Bibliothekar, Universalgelehrter – der letzte Mensch, der alles wusste, was man zu seiner Zeit wissen konnte. Ihm zu Ehren steht der Unterricht am heutigen Tag an der Leibniz Privatschule im Zeichen seines Wirkens.

Am 1. Juli 1646 in Leipzig geboren, studierte er in Leipzig und Jena und erwarb an der Universität in Altdorf bei Nürnberg den Doktor beider Rechte – des Kirchen- und Zivilrechts – mit einer Arbeit über ungewöhnliche Rechtsfälle. Mit seinen Gutachten begründet er Rang- und Herrschaftsansprüche der Welfen wie des Wiener Hofs. 1676 nimmt Leibniz – nach mehrjährigem Aufenthalt in Paris und Reisen nach London, Amsterdam und Den Haag – eine Stellung als Hofbibliothekar in Hannover an. Die Stadt wird bis zu seinem Tode Zentrum seines Lebens sein.

Leibniz kümmert sich intensiv um Fragen der Mathematik, schreibt – parallel zu Isaac Newton – Wegweisendes zur Infinitesimalrechnung einschließlich der bis heute gültigen Summenzeichen. Er entwickelt ein binäres Zahlensystem, die „Dyadik“, das die Darstellung aller Zahlen mit Hilfe der Null und der Eins ermöglicht – später Grundlage der Computersprache – und ertüftelt eine Rechenmaschine, die er jahrzehntelang zur Perfektion zu bringen versucht.

Leibniz gehört zu den großen Philosophen seiner Zeit. Leibniz prägt auch den viel zitierten Satz, dass wir in von der „besten aller möglichen Welten“. Religionspolitisch wie religionswissenschaftlich strebt er eine Vereinigung von Katholizismus und Protestantismus an, ebenso die Zusammenführung von Reformierten und Lutheranern – dabei spielen allerdings staatspolitische Opportunitätserwägungen gelegentlich eine beherrschende Rolle. So rät Leibniz einer Tochter des Welfengeschlechts um einer vielversprechenden Heirat willen auch schon mal zum Religionswechsel.

Leibniz ist revolutionär im Denken, Fragen und Forschen, aber er ist kein Revolutionär. In einer Zeit ohne Tarifverträge und garantierte Pensionsleistungen scheint er besorgt um seine Altersversorgung, hinterlässt aber, als er am 14. November 1716 in seinem Wohnhaus stirbt, ein beachtliches Vermögen. Vor allem aber hinterlässt der Universalgelehrte Unmengen an Papieren und Manuskripten, davon rund 20.000 Briefe, die einer weisen Eingebung folgend sofort nach seinem Tod an die Königliche Bibliothek übergeben werden und ungeteilt überliefert sind. Die Edition aller Leibniz-Schriften ist bis heute nicht abgeschlossen.
Christian Walther/Leibniz-Gemeinschaft

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